Zwölf Feuerwehren übten gemeinsam
Im Ernstfall ist das Wasser ein Problem
Für die Gemeinschaftsübung der Wehren im KBM-Bereich Waldmünchen am 5. August 2026 wurde ein Anwesen oberhalb von Spielberg auserkoren, und das hatte es in sich: Denn die Löschwasser-Versorgung gestaltet sich dort als schwierig – ganz unabhängig von etwaigen Wetterlagen. Und so mussten die beteiligten Wehren gleich zwei lange Förderleitungen aufbauen, außerdem wurde ein Pendelverkehr mit wasserführenden Fahrzeugen organisiert. Am Ende der Übung bilanzierten die Verantwortlichen einen wichtigen und erkenntnisreichen Ablauf.
Das Übungsszenario war im Vorfeld von KBM Andreas Bierl zusammen mit Kommandant Ron Wolf von der Feuerwehr Spielberg ausgearbeitet worden: Brand des landwirtschaftlichen Anwesens der Familie Hetzl, zwei Personen werden vermisst, das Feuer droht auf die Hofstelle und den angrenzenden Wald überzugreifen. Pünktlich um 19 Uhr setzte KBM Andreas Bierl mit diesem Funkspruch die zwölf beteiligten Feuerwehren in Bewegung und diese erreichten zügig die beengte Einsatzstelle. Eine erste Herausforderung waren schon die schmalen Zufahrtswege und fehlende Umkehrmöglichkeiten. Die Einsatzleitung ordnete den Aufbau von zwei Förderleitungen an, was jeweils die Feuerwehren aus Schäferei und Untergrafenried federführend übernahmen. So wurde das Löschwasser einmal aus dem Löschweiher in Spielberg entnommen, außerdem aus dem Weiher Pflanzgarten. Um den derzeit schwierigen Verhältnisse in allen Gewässern Rechnung zu tragen, wurde die Übung nur „trocken“ aufgebaut, also ohne eine wirkliche Entnahme von Wasser. Eine Förderleitung war etwa 900 Meter lang und wurde noch zusätzlich von den Wehren aus Hocha, Prosdorf, Ulrichsgrün, Herzogau und Althütte aufgebaut. Die andere hatte rund 1.100 Meter und wurde von Höll und Waldmünchen aufgebaut. Um das Löschwasser gezielt abgeben zu können, wurde insgesamt zwei Faltbehälter in der Nähe des Brandobjekts aufgebaut. Im Ernstfall würden diese mit Löschwasser gefüllt werden. Parallel zu diesen Arbeiten kümmerten sich die Wehren aus Ast und Waldmünchen um die Rettung der zwei vermissten Personen, welche von zwei Jugendlichen der FFW Spielberg gemimt wurden. Hierzu rüsteten sich mehrere Einsatzkräfte mit schwerem Atemschutz aus und suchten eine Scheune, welche verraucht war, ab. Die beiden Personen konnten zügig gefunden werden. Die FFW Waldmünchen baute außerdem mit Drehleiter und Löschfahrzeug eine Riegelstellung zum Schutz der Gebäude auf. Um den Waldbrand kümmerte sich die FFW Steinlohe mit dem neuen Waldbrandmodul. Die Einsatzleitung wurde durch die FFW Waldmünchen mit einem entsprechenden Fahrzeug unterstützt. Knapp eine Stunde nach Übungsbeginn konnte das Ende der Übung per Funk übermittelt werden.
Bei der anschließenden Übungsnachlese sprach KBM Andreas Bierl von einer wichtigen und guten Übung, welche auch wertvolle Erkenntnisse gebracht habe. „Die Wasserversorgung ist hier schwierig, ebenso die Leitungsverlegung auf den engen Zufahrtswegen. Die Wege wurden aber nicht mit Einsatzfahrzeugen zugeparkt.“ Er sprach von einer lehrreichen Übung, obwohl es wegen des derzeitigen Wassermangels nur eine Trockenübung war. „Solche Großübungen sind wichtig, um das Zusammenspiel und die Absprachen zu trainieren.“ Einsatzleiter Ron Wolf sprach die schlechte Wasserversorgung bei dem Anwesen an und KBM Benjamin Wachter bescheinigte den Wehren eine saubere und zügige Arbeit. KBI Norbert Auerbeck wurde kurz vor der Übung zu einem Echteinsatz gerufen und konnte daher wenig zum Verlauf erzählen, hatte dafür aber ein großes Lob für die zahlreiche Übungsteilnahme parat. Und er erinnerte an die Vorbildfunktion der Feuerwehren, welche man mit dieser Trockenübung erfüllt habe. Zuletzt sprach 3. Bürgermeister Stefan Paa, der die gesamte Übung mitverfolgt hatte: „Es war sehr beeindruckend, die Knackpunkte wurden gut gemeistert.“ Er richtete seinen Dank an die Familie Hetzl, welche das Anwesen für die Übung zur Verfügung gestellt hatte. Sodann hatte die FFW Spielberg eine Brotzeit und kühle Getränke für alle Beteiligten bereitgestellt, denn das war bei der Hitze mehr als verdient.