Bericht von der Aktionswoche im Bereich Waldmünchen

30.09.2026
Feuerwehr Übungen
Zehn Wehren übten gemeinsam beim Heldengrab im Böhmerwald

Eine verzwickte Situation war zu lösen

 

Gleich zwei besondere Aufgaben gab es für die dritte Großübung der Feuerwehren im Inspektionsbereich Waldmünchen: Am Arnstein beim dortigen Heldengrab wurde ein schwerer Forstunfall simuliert, mit einem Brand auf den angrenzenden Wald. Die zehn beteiligten Feuerwehren aus dem Kreisbrandmeisterbereich Waldmünchen meisterten die Aufgaben gut und beweisen damit, dass die Hilfeleistung auch in schwer zugänglichen Regionen gewährleistet ist.

Am dritten Übungsabend im Rahmen der Aktionswoche waren die Feuerwehren in und rund um Waldmünchen an der Reihe: Der örtlich zuständige Kommandant Andreas Dietl hatte sich zusammen mit KBM Andreas Bierl ein anspruchsvolles Szenario einfallen lassen: Bei Arbeiten mit einem Rückewagen gab es einen schweren Unfall mit zwei eingeklemmten Personen, außerdem setzte dieser den angrenzenden Wald in Brand. Um 18:30 Uhr alarmierte KBM Andreas Bierl die zehn eingesetzten Feuerwehren mit einem entsprechenden Funkspruch, die Übung wurden von seinen Kollegen Toni Semmelbauer, Benjamin Wachter und Martin Holler sowie von 2. Bürgermeister Martin Frank aufmerksam verfolgt. Am Unfallort beim Heldengrab waren die Feuerwehren Höll und Waldmünchen zügig eingetroffen und konnte die Technische Hilfeleistung aufbauen. Eine Person war dabei unter einem Holzstapel, der am Kranausleger hing, eingeklemmt, die andere Person zwischen dem Fahrzeug und einem Baum. Die eingesetzten Kräfte erkannten schnell die verzwickte Situation, denn beim Anheben an einer Seite wurde das „Opfer“ auf der anderen Seite schnell noch weiter in Bedrängnis gebracht. Zusätzlich war schwierig, dass sich die Einsatzkräfte auf beiden Seiten des Rückewagens nicht direkt sehen konnten. Es musste also eine schnelle und praktikable Lösung her und die entwickelten beide Feuerwehren schließlich gemeinsam. So wurden zwei Rettungsspreizer und Unterbaumaterial auf der einen Seite in Position gebracht, außerdem eine Seilwinde installiert. Auf der anderen Seite konnte die Situation durch das Anbringen von Material stabilisiert werden. Schließlich waren beide „Opfer“ schonend aus der Situation befreit.

Parallel dazu kümmerten sich die Feuerwehren aus Althütte, Ast, Hocha, Prosdorf, Schäferei, Spielberg, Ulrichsgrün und Untergrafenried um die Versorgung mit Löschwasser. Hierzu wurde von den Feuerwehren Hoch und Untergrafenried der Steinbach bei Perlhütte angezapft und anschließend eine rund 1,7 Kilometer lange Förderleitung hinauf in den Böhmerwald verlegt. Wegen der großen Steigung mussten zahlreiche Förderpumpen gesetzt werden. Außerdem wurde ein Faltbehälter mit 5.000 Litern Fassungsvermögen als Zwischenpuffer installiert. Hierbei beteiligte sich auch die FFW Waldmünchen mit weiteren Einsatzfahrzeugen. Nach ziemlich genau einer Stunde war diese lange Leitung geschlossen und die Übung damit beendet. Bei der Nachbesprechung in der Feuerwache Waldmünchen freute sich KBM Andreas Bierl, dass man endlich wieder einmal am Arnstein üben könne. Seine Kreisbrandmeister-Kollegen bescheinigten allen Einsatzkräften eine saubere und zügige Arbeit. Und Einsatzleiter Andreas Dietl bedankte sich bei der Waldmünchner Führungsunterstützung für die Trennung der Funkkanäle und die Entlastung beim Funkverkehr. Zuletzt wandte sich Bürgermeister Martin Frank an die rund 100 Einsatzkräfte: „Feuerwehr ist eine Macht. Ihr habt einen tollen Mannschaftsgeist und souverän und ruhig gearbeitet.“ Mit einem Dank endete dieser dritte Übungsabend.