Zur Jahreshauptversammlung

7. Januar 2018
Jugend Damengruppe Vereinsleben
Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter der Wehr

Zwar weniger, aber dafür viele schwere Einsätze

FFW Waldmünchen ein „Flaggschiff in der Gemeinde“

 

Die Bilanz der Feuerwehr Waldmünchen für das abgelaufene Jahr ist geprägt von einer hohen Anzahl an Übungs- und Arbeitsstunden, von einer gewaltigen Terminflut und von einigen teils sehr schweren Einsätzen. So finden sich in der Statistik viele Verkehrsunfälle mit auffallend vielen Todesfällen. Kommandant Stefan Nachtmann und Vorsitzender Benjamin Schlegl ließen das ereignisreiche Jahr 2017 auch mit Bildern Revue passieren. Diverse Ehrengäste dankten der Stützpunktwehr für die gute Zusammenarbeit und das stetige Engagement.

 

„Zeit is a Matz“, in Anspielung auf das Bühnenprogramm von „Da Huawa, da Meier und I“ begrüßte Vorsitzender Benjamin Schlegl über 60 Mitglieder und Gäste im Gerätehaus. Man habe im vergangenen Jahr ganz sicherlich nicht die Zeit totgeschlagen, eher sei sie viel zu schnell vergangenen. „Heute kann der gesamte neu gewählte Ausschuss zum ersten Mal Bilanz ziehen. Wir hatten eine harmonische und gute Zusammenarbeit“, so der Vorsitzende. Viele Ehrengäste konnte Benjamin Schlegl zur Versammlung begrüßen, darunter KBI Norbert Auerbeck, KBM Andreas Bierl sowie Bürgermeister Markus Ackermann. Von Seiten anderer Hilfs- und Sicherheitsorganisationen folgte BRK-Wachleiter Alfred Gillitzer der Einladung. Nach dem Totengedenken zog der Vorsitzende eine Bilanz über das abgelaufene Kalenderjahr. Im Jahr 2017 konnten insgesamt 24 neue Mitglieder in die Waldmünchner Wehr aufgenommen werden, darunter insbesondere viele Jugendliche, was besonders erfreute. Man habe jetzt 520 aktive, passive und fördernde Mitglieder. „Mit Blick auf die vielen anstehenden Projekte könnten wir aber auch 1000 Mitglieder verkraften“, warb der Vorsitzende augenzwinkernd um weitere Mitglieder. Als besondere Höhepunkte im Vereinsgeschehen könnten sicherlich der Feuerwehrball, das Maibaumfest mit Ausschank, Besuche diverser Bälle befreundeter Wehren, die Teilnahme am Conrad-Dietrich-Magirus-Award sowie der Besuch einer Delegation in Berlin bei Bundestag und Bundeskanzlerin gewertet werden. Die Wehr sei das ganze Jahr über in zahlreichen Aktionen, Übungen und Einsätzen gefordert. Auch für überörtliche Veranstaltungen habe man die Organisation übernommen, wie beispielsweise bei der Unterzeichnung des grenzüberschreitenden Hilfeleistungsabkommens im vergangenen Mai. Deshalb bedankte sich Benjamin Schlegl bei allen Aktiven, bei der Damengruppensprecherin, den Jugendbetreuern, dem Gerätewart und bei allen Ausschussmitgliedern. Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgermeister sowie den Führungskräften dankte er für die Unterstützung.

 

Kommandant Stefan Nachtmann konnte von 141 Einsätzen im Jahr 2017 berichten, darunter finden sich 14 Brandeinsätze, 36 Technischen Hilfeleistungen, 79 sonstige Einsätze und zwölf Sicherheitswachen. „Damit haben wir uns nach 2016 wieder auf ein normales Niveau eingependelt“, so Nachtmann. Gleichwohl hatte die Wehr einige sehr schwere Einsätze zu bewältigen, darunter der tödliche Verkehrsunfall eines aktiven Mitgliedes Anfang März bei Spielberg. In diesem Zusammenhang sprach er der Notfallseelsorge im Landkreis Cham einen großen Dank aus, weil man in dieser schwierigen Zeit große Unterstützung erfahren habe. Als weitere besondere Einsätze stechen ein großer Brandeinsatz in Flischberg sowie zwei Unfälle im Chemiebereich hervor. Sieben Ausbildungen an den staatlichen Feuerwehrschulen sind registriert, auch im Bereich Absturzsicherung, Modulare Truppausbildung, Atemschutzgeräteträger sowie Umgang mit gefährlichen Stoffen wurden Kameraden ausgebildet. Auf Standortebene hätten 41 Personen an Ausbildungsmaßnahmen teilgenommen. Die Aktiven haben 1937 Einsatzstunden und 5162 Übungs- und Arbeitsstunden absolviert. Mit den Einsatzfahrzeugen wurden fast 8000 Kilometer zurückgelegt. Stefan Nachtmann lobte die große Bereitschaft der aktiven Mannschaft bei allen Übungen und Einsätzen. Anhand von Bildern konnte auf die wichtigsten Ereignisse im Einsatzbereich zurückgeblickt werden. Dabei kamen auch Bilder von diversen Übungen mit anderen Wehren sowie eine grenzüberschreitende Übung, die vom Bayerischen Fernsehen begleitet wurde, vor. Mit der Übergabe des Containers „Hytrans Fire System“ sowie dem Erwerb eines gebrauchten Unimogs seien wichtige Weichen gestellt worden. Auch hatte der Verein diverse Anschaffungen mitfinanziert, darunter neue Chemieschutzanzüge.

 

Für den Jugendbereich blickte Jugendwart Georg Kussinger auf das abgelaufene Jahr zurück und konnte von über 30 Jugendlichen berichten, die sich wöchentlich zu den Übungen trafen. Es kamen so überwältigende 1943 Stunden zusammen bei 48 Veranstaltungen. Der Bericht zeugte von einer hervorragenden und gut funktionierenden Jugendarbeit. Für die Damenlöschgruppe ergriff Sabine Auerbeck das Wort: „Wir treffen uns einmal im Monat zu einem Übungsabend und können in 2017 insgesamt 345 Feuerwehrdienststunden verzeichnen.“ Sie erinnerte aber auch an die vielfältige Unterstützung der Damen bei diversen Festlichkeiten. Im Kassenbericht, eindrucksvoll von Andreas Eisenhart vorgetragen, waren mehr Einnahmen als Ausgaben zu verzeichnen. Der Verein stehe derzeit auf einer guten finanziellen Basis. Allerdings erinnerte Benjamin Schlegl daran, dass große Investitionen anstehen, die noch viele weitere Anstrengungen erfordern würden. Kassenprüfer Walter Urban bescheinigte den beiden Kassenwarten eine einwandfrei geführte Kasse, so dass einstimmig die Entlastung erfolgen konnte.

 

Bürgermeister Markus Ackermann zeigte sich stolz und zufrieden mit der FFW Waldmünchen. „Das vergangene Jahr ist hervorragend und bestens gelaufen für die FFW Waldmünchen. Hier wurde keine Zeit vergeudet oder totgeschlagen, sondern immer bestens genutzt“, so das Stadtoberhaupt. Die einzelnen Berichte hätten gezeigt, dass Engagement und Heimatliebe keine Worthülsen seien. Es werde beste Vereinsarbeit geleistet, die Mitglieder in allen Lebenslagen begleitet. Ackermann zeigte sich aber auch beeindruckt von den Einsatzzahlen: „Der Bericht vom Kommandanten verdeutlicht, wie notwendig die Feuerwehr ist und welches große Fachwissen erforderlich ist. Auf Euch kann man sich verlassen.“ Er lobte genauso die Jugendarbeit und die Damengruppe und nannte die Wehr „ein Flaggschiff in der Gemeinde“. Sein Fazit: „Besser könnte es nicht laufen.“

Kreisbrandinspektor Norbert Auerbeck konnte von 469 Einsätzen im KBI-Bereich berichten, darunter auffallend viele Verkehrsunfälle und insgesamt vier Tote. Er war besonders erfreut über 48 abgelegte Leistungsprüfungen mit insgesamt 364 Teilnehmern, darunter 104 Frauen. Auch im Jugendbereich nahmen an diversen Veranstaltungen und Prüfungen viele Jugendliche teil. Auerbeck betonte, dass sich die Jugendarbeit auszahle und gerade die FFW Waldmünchen hierfür ein bestes Beispiel sei. Er dankte allen Aktiven für die Einsatzbereitschaft. Kreisbrandmeister Andreas Bierl bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und sprach der Wehr ein Kompliment aus: „Der Landkreis Cham hat das Potential der Wehr wahrgenommen und darum auch investiert. Die Wehr hat eine sehr gute Reputation auf der Landkreisebene.“ Wie Phönix aus der Asche habe man im letzten Jahr neue Gerätschaften bekommen, wie beispielsweise den Abrollbehälter „Wasserfördersystem“. Er erinnerte an diverse Übungen im Gemeindebereich und dankte den Ehrenamtlichen, die wegen einer Alarmierung die liegengebliebene Arbeit oft nachholen müssten. In weiteren Grußworten bedankte sich Wachleiter Alfred Gillitzer für die beste Zusammenarbeit bei allen Einsätzen. Aus dem oberbayerischen Pflugdorf-Stadl war extra eine Delegation angereist, was alle Anwesenden besonders erfreute und die tiefe Freundschaft zu dieser Wehr verdeutlichte. Benjamin Schlegl konnte der Delegation je einen Kalender sowie eine CD mit Bildern überreichen.

 

Nach einem kurzen Ausblick auf das begonnene Jahr und einigen Gedanken zum Ehrenamt beendete der Vorsitzende Benjamin Schlegl die Sitzung mit einem aktuellen Film, der vor zwei Tagen aufgrund der Nominierung für die „Cold Water Challenge“ gedreht wurde und der für jede Menge Erheiterung sorgte.