40-jährige Freundschaft mit Pflugdorfer Feuerwehr gefeiert

16. September 2017
Ausflüge Vereinsleben
Waldmünchener Wehr erneut in Oberbayern, um Jubiläum der Freundschaft zu feiern.

Aus lustiger Begebenheit wurde tiefe Freundschaft

 

Seit 40 Jahren sind die Orte Pflugdorf und Stadl im Landkreis Landsberg keine Unbekannte mehr, sondern Ziel vieler Ausflüge und einer tiefen Verbundenheit. Am 16./17. September 2017 reisten wir wieder einmal nach Oberbayern, um die Erdfunkstelle Raisting zu besichtigen und gemeinsam mit der befreundeten Feuerwehr das Jubiläum zu feiern.

Im Rahmen eines zweitägigen Ausfluges machte sich eine 30-köpfige Abordnung auf den Weg ins Münchner Oberland. Erste Station war die Erdfunkstelle in Raisting in der Nähe vom Ammersee. Dort empfing Ingenieur Martin Hermann die Gruppe, um Sinn und Aufgabe der riesigen Anlage, die schon von weitem sichtbar ist, zu erklären. Die Funkstelle in Raisting ist im Jahr 1964 eröffnet und seitdem kontinuierlich ausgebaut worden. Zahlreiche große Funkvorrichtungen prägen seitdem das Landschaftsbild. Die Anlage ist eingebunden in den Aufbau von Richtfunkstrecken und stellt zahlreiche Verbindungen zu Satelliten im Weltraum her. „Aufgrund der Erdkrümmung müsste eigentlich alle 50 Kilometer ein Richtfunkturm stehen, durch die Verbindung über Satelliten wird das überwunden“, so Martin Hermann, der die geschichtliche Entwicklung aufzeigte. Noch heute steht auf dem Gelände das „Radom“ (eine große weiße Kugel mit einer Kunststoffhülle zum Schutz vor der Witterung), in dem sich die Antenne befindet. Es wurde 1985 außer Betrieb genommen. Heute könne die Anlage in Raisting rund zwei Drittel der gesamten Welt abdecken. Die Betreiberfirma stelle Funkverbindungen für Kunden insbesondere im Osten sicher und biete diese Dienstleistungen für Flugverkehr und Schifffahrt an. Wegen der zunehmenden Datenmengen würden alleine in Raisting, so der Ingenieur, jedes Jahr zwei neue Antennen installiert. Heute sei der Standort einer der größten weltweit. „Weitere Aufgabe ist es aber auch, die Erdumlaufbahn der Satelliten zu vermessen. Von Raisting aus werden die Satelliten auf Kurs gehalten.“ Die Waldmünchner steuerten anschließend eine der größten Antennen mit einem Durchmesser von 32 Metern an, die auf einem zehn Meter tiefen Fundament steht. Martin Hermann erklärte einige Sicherheitsvorkehrungen und die Genauigkeit, mit welcher die Antenne funktionieren muss. Zur Sicherung der Stromversorgung werden sowohl riesige Treibstoffaggregate als auch große Batterien vorgehalten. Am Ende zeigten sich die Waldmünchner tief beeindruckt von der Technik, welche hinter dieser Erdfunkstelle steht.

Eine halbe Stunde später wurde die Reisegruppe dann schon im Feuerwehrhaus Pflugdorf-Stadl empfangen. Im benachbarten Bürgerhaus feierten viele Mitglieder beider Wehren das Bestehen der 40-jährigen Freundschaft, welche auf einen zufälligen Besuch des Gartenfestes beim „Hammerbräu“ durch die Oberbayern im Jahr 1977 zurückgeht. Seitdem pflegen beide Feuerwehren diese Freundschaft durch regelmäßige gegenseitige Besuche. Am Gemeinschaftsabend dankte Andreas Arnold, Vorsitzender der FFW Pflugdorf-Stadl, für diese Freundschaft und hob besonders die hervor, welche sie mit Leben erfüllten. Unter den Anwesenden fanden sich auch viele Ehrenmitglieder seiner Wehr. Auch Vorsitzender Benjamin Schlegl erinnerte, dass die Freundschaft zirka ein Drittel der Gesamtgeschichte der beiden Wehren ausmache. „Aus einer lustigen Begebenheit im Jahr 1977 wurde ernstzunehmende Angelegenheit. Es sind wahre Freundschaften entstanden“, so der Vorsitzende der FFW Waldmünchen. Er zählte die vielen Gemeinsamkeiten beider Wehren auf und wünschte viele weitere gemeinsame Jahre. Als gegenseitige Erinnerung überreichten beide Wehren ein großes Plakat mit unzähligen Fotos der vergangenen 40 Jahre, welche Dieter Müller mühevoll zusammengetragen hatte. Gerade vor diesen Plakaten verweilten einige Feuerwehrkameraden am Abend noch lange und tauschten Erinnerungen aus. Auf die Entstehung der Freundschaft blickte Ehrenkommandant Sebastian Grabmeier zurück. Er verlas hierzu Protokolle zu den damaligen Ausflügen und erntete für seine Ausführungen großes Interesse. Zu späterer Stunde ließen die beiden Vorsitzenden die Mitglieder der Wehren in fünf unterschiedlichen Spielen gegeneinander antreten, was rund eine Stunde lang für viel Erheiterung sorgte. Am Ende stand es zunächst unentschieden, so dass die Entscheidung spontan mit der „Reise nach Jerusalem“ ausgetragen wurde. Hier konnte sich die FFW Waldmünchen behaupten, was die FFW Pflugdorf-Stadl nun 30 Liter Gerstensaft kostet. Die Hühnerbachmusikanten sorgten für tolle musikalische Unterhaltung und forderten beiden Kommandanten auf, das Alphorn zu blasen, was sich als ganz schön schwierig herausstellte. Erst weit nach Mitternacht kehrten die Waldmünchner in ihr Hotel. Am Sonntag stellte Kommandant Thomas Lindner das Gerätehaus und seine Fahrzeuge vor, bevor die Pflugdorfer dann einen Schweinebraten mit Knödeln servierten. Am frühen Nachmittag hieß es, Abschied zu nehmen, natürlich mit dem Versprechen, weitere gemeinsame Aktionen zu planen.