Waldbrandübung im KBM-Bereich

29. Juni 2017
Übungen
Waldbrand am „Dirmaal“ angenommen.

Waldbrand am „Dirmaal“ angenommen

 

Die Übung von sechs Feuerwehren mit fast 50 Beteiligten am 29. Juni am „Dirmaal“ war aktuellen Entwicklungen angepasst und sollte die Schwachstellen bei etwaigen Waldbränden aufdecken. Erstmals wurde zusammen mit einem Landwirt der Transport von Löschwasser mit einem Gülletruck beübt. Am Ende konnten die Verantwortlichen wichtige Erkenntnisse gewinnen.

 

Als Brandfläche wurde ein schwer zugängliches Waldstück zwischen Höll und Untergrafenried angenommen. Um 19 Uhr setzte Kreisbrandmeister Andreas Bierl insgesamt sechs Feuerwehren in Bewegung. Während sich die Feuerwehren Höll, Untergrafenried, Schäferei und Spielberg um den Aufbau einer Förderleitung von Höll aus kümmerten, übernahmen die Feuerwehren Hocha und Waldmünchen die „Brandbekämpfung“. Das Wasser wurde aus einem Bach in Höll entnommen, die Leitung musste einmal quer über die Fahrbahn und dann hinauf Richtung Untergrafenried verlegt werden. Die Leitung war innerhalb kürzester Zeit geschlossen, so dass zügig Wasser an der Einsatzstelle war. Parallel zu diesen Arbeiten wurde der Landwirt Hans Graßl verständigt, der sodann mit seinem Gülletruck bis nahe an die angenommene Brandfläche anfuhr und über 18.000 Liter Wasser mitbrachte. Der Hintergrund ist real: Erst vorletzte Woche hatte das Landratsamt Cham die Landwirte gebeten, ihre Gülletrucks aufgrund sehr hoher Brandgefahr mit Wasser zu befüllen, um so im Ernstfall die Feuerwehren unterstützen zu können. Geprobt wurde das allerdings noch recht wenig. Das Wasser aus dem Gülletruck von Hans Graßl floss in einen Faltbehälter, welchen die Feuerwehr Waldmünchen aufbaute. Von dort sollte es mit Hilfe einer Saugleitung und einer Tragkraftspritze der Feuerwehr Hocha unter Druck in den Wald befördert werden. Schnell mussten die Verantwortlichen dann aber feststellen, dass dies nur dann funktioniert, wenn das Güllefass vorher gründlich gespült worden ist. Befinden sich zu viele Verschmutzungen im Wasser, verstopfen Siebe, so dass eine Wasserförderung nicht möglich ist. Auch ein anschließend eingesetzte „Chiemseepumpe“ tat sich sichtlich schwer mit der Wasserförderung. Dies war eine wichtige Erkenntnis an diesem Abend. Nach rund eineinhalb Stunden konnte die Übung beendet werden.

Vor dem Feuerwehrhaus Höll dankte KBM Andreas Bierl schließlich allen Beteiligten: „Üben bringt uns zusammen. Die Waldbrandübung war wegen der Trockenheit sehr realistisch.“ Er erinnerte in diesem Zusammenhang an einen Flächenbrand oberhalb von Höll im Jahr 2015. Mit Blick auf den Einsatz von Güllefässern fasste er zusammen, dass diese bei Wasservorhaltung möglichst gut gereinigt sein müssten. Er lobte den Aufbau der Schlauchleitung und die frühen Statusmeldungen bei der Anfahrt. Sein besonderer Dank galt Landwirt Hans Graßl. Kreisbrandinspektor Norbert Auerbeck war wegen eines Einsatzes nähe Schönthal verhindert.