Zusammenarbeit über die Grenze hinweg

19. Mai 2017
Übungen
Deutsche und tschechische Wehren üben gemeinsam

Die Zusammenarbeit klappt bestens

 

Erst am 15. Mai wurde das Hilfeleistungsabkommen der Feuerwehren zwischen grenznahen Kommunen diesseits und jenseits der Grenze abgezeichnet. Am 19. Mai stand dann eine großangelegte Übung auf dem Anwesen Raschka bei Perlhütte auf dem Programm. Die Großübung war damit Fortsetzung der bereits jahrelangen guten Zusammenarbeit und verlief zur Zufriedenheit der deutschen und tschechischen Führungskräfte.

 

Die Freundschaft mit den tschechischen Wehren wird nicht nur durch regelmäßige gegenseitige Besuche, sondern eben auch durch gemeinsames Üben und durch Einsätze erfüllt. Mindesten einmal pro Jahr wird schon seit längerer Zeit eine gemeinsame Großübung durchgeführt. Während im letzten Jahr ein großflächiger Waldbrand auf tschechischem Gebiet beübt wurde, wurde in diesem Jahr ein Großbrand eines grenznahen Anwesens auf deutscher Seite angenommen. Traditionell treffen sich alle Einsatzfahrzeuge am Grenzübergang, wo das Szenario zunächst kurz besprochen wird. Die Kommunikation findet dabei zumeist in deutscher Sprache statt, auch weil einige tschechische Feuerwehrmänner recht gut Deutsch sprechen können. Trotzdem fungierten Jarek Etzal und Katharina Haßfurter als Dolmetscher, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Zum Treffpunkt waren auch Bürgermeister Markus Ackermann, zweiter Bürgermeister Josef Königsberger der Gemeinde Tiefenbach sowie der Leiter der Waldmünchner Polizeistation, Bernhard Schmid, gekommen. Insgesamt drei tschechische Wehren und fünf deutsche Wehren beteiligten sich an der Übung. So waren rund 100 Kräfte „im Einsatz“. Kreisbrandinspektor Norbert Auerbeck freute sich auf eine tolle Übung: „Die Gruppe aus den bestehenden Wehren hat sich ja in den letzten Jahren schon bestens bewährt, so dass viele Abläufe bekannt sind.“ Mit einem Funkspruch setzte Kreisbrandrat Michael Stahl dann alle Feuerwehren in Richtung Perlhütte in Bewegung. Das Anwesen liegt nahe der Staatsstraße in Richtung Grenzübergang, es sind diverse Möglichkeiten der Wasserentnahme aus offenen Gewässern vorhanden. Zügig bauten die Feuerwehren insgesamt drei Förderleitungen auf, um das Löschwasser am „Brandobjekt“ sicherzustellen. Auch eine Schwimmpumpe aus Tschechien kam zum Einsatz. Gleichzeitig kümmerten sich die Feuerwehren Waldmünchen und Chodov um die Brandbekämpfung, unter anderem auch über eine Drehleiter. Die Dokumentation und Koordination übernahm das Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr Waldmünchen. Innerhalb von rund 20 Minuten waren alle drei Förderleitungen geschlossen. Nach einer guten halben Stunde konnte Kreisbrandmeister Andreas Bierl das Ende der Übung verkünden, auch weil dunkle Wolken am Himmel heranzogen.

Zur Abschlussbesprechung und gemeinsamen Brotzeit waren die rund 100 Einsatzkräfte dann in das Feuerwehrhaus in Waldmünchen eingeladen. Diese fiel dann aber sehr knapp aus, weil Starkregen und Hagel insbesondere für die Feuerwehr Waldmünchen insgesamt zwölf Einsätze forderten. KBR Michael Stahl und KBI Norbert Auerbeck bedankten sich bei allen Feuerwehrlern für die gute Zusammenarbeit. Sie zeigten sich mit dem Übungsverlauf sehr zufrieden. Bürgermeister Markus Ackermann stellte einen aktuellen Bezug her zu dem neuen Hilfeleistungsabkommen: „Ihr erfüllt unsere Freundschaft mit Leben, ich habe großen Respekt und Anerkennung vor dieser Leistung.“ Die Feuerwehren hätten gut zusammengearbeitet, darauf sei er als Bürgermeister sehr stolz, denn das zeuge von einer hohen Professionalität. Für die Waldmünchner war der lange Tag erst gegen Mitternacht zu Ende, als auch der letzte Keller leergepumpt war.

 

Es haben sich beteiligt:

Tschechischen Wehren aus Chodov, Klentsch und Pec, deutsche Wehren aus Hocha, Höll, Schäferei, Tiefenbach, Untergrafenried, Waldmünchen.