Mehr Sicherheit für die Bürger

15. Mai 2017
Vereinbarung für grenzüberschreitende Hilfeleistung und Zusammenarbeit im Brandschutz in Waldmünchen unterzeichnet.

Grenzüberschreitende Vereinbarung unterzeichnet

 

Als „Meilenstein einer optimalen und professionellen Organisation in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ bezeichnete Kreisbrandrat Michael Stahl die Unterzeichnung der grenzüberschreitenden Vereinbarung für Hilfeleistung und Zusammenarbeit im Brandschutz. Am Montag, 15.05.17, unterzeichneten Landrat Franz Löffler und der Pilsener Regionspräsident Josef Bernard gemeinsam mit den Bürgermeistern der betreffenden Städte und Gemeinden diese grenzüberschreitende Vereinbarung im Waldmünchner Feuerwehrhaus. Die Kontakte zwischen den Feuerwehren auf beiden Seiten seien sehr gut und so haben sich Kommunen und Landkreis entschieden, dies in einer Vereinbarung zu regeln.

Viele Verantwortliche der Feuerwehren im Grenzbereich, von Polizei und Politik wohnten neben Löffler dem Festakt bei. Besonders begrüßen durfte der Landrat den neuen Regionspräsidenten der Region Pilsen, Josef Bernard, sowie den Bezirksdirektor der Feuerwehr für die Region Pilsen, František Pavlas, und weitere Vertreter der tschechischen Hilfsorganisationen und Behörden. Auch der Chamer Kreisbrandrat Michael Stahl war gekommen. Musikalisch wurde alles von der TV-Musikkapelle umrahmt.

Landrat Franz Löffler berichtete von Vorgesprächen, die bereits eineinhalb Jahre angedauert haben. Bisherige Kooperationen und Kontakte stehen rechtlich somit auf einer rechtlich sicheren Basis. Im Fall der Fälle, solle Hilfe möglichst unkompliziert und auf hohem Niveau gewährleistet sein, sagte Landrat Franz Löffler. Er lobte die Kameradschaft, den Zusammenhalt und das Engagement der Wehren diesseits und jenseits der Grenze. „Es kann dann auch mal sein, dass die Feuerwehr vom Nachbarort direkt hinter der Grenze anrückt.“, so der Landrat.

Wie sicher ist Europa?“, fragte sich Löffler und wollte damit auf die große Wichtigkeit dieser neuen Vereinbarung hinaus. Es sei wichtig die Dinge vor Ort zu regeln. Zusammenhalt gemeinsam mit der Vereinbarung für grenzüberschreitende Hilfeleistung und Zusammenarbeit im Brandschutz seien dafür ein grundlegender Baustein. Es freute ihn auch, dass der Anstoß für diese Zusammenarbeit aus den Feuerwehren selbst kam. Im weiteren Verlauf habe es dann natürlich eine Vielzahl an Gespräche gebraucht.

Der Regionspräsident der Pilsener Region, Josef Bernard, dankte für das Engagement aller Beteiligten. Er fühle sich sehr wohl in Waldmünchen und im Landkreis Cham und dankte für einen gut organisierten Abend mit bester Musik. Er unterstrich die Wichtigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ebenso wie Waldmünchens Bürgermeister Markus Ackermann. Dieser sagte, dass ein partnerschaftliches, kollegiales Miteinander schon längere Zeit in vielen Bereichen stattfindet und gelebt wird. Als Beispiel konnte er hier die seit mehreren Jahren regelmäßig stattfindenden gemeinsamen Übungen an verschiedenen Orten dies- und jenseits der Grenze nennen. Er berichtete außerdem von einem Unfall mit einem Bus, bei dem schon 2008 die Wichtigkeit grenzüberschreitender Zusammenarbeit gesehen wurde. Ackermann sehe in grenzüberschreitende Hilfeleistung eine Notwendigkeit und auch Selbstverständlichkeit.

Für unsere beiden Länder, für die Menschen diesseits und jenseits der Grenze, ist es ein guter Tag“, freute sich Kreisbrandrat Michael Stahl. Die freundschaftliche Nachbarschaft zwischen Bayern und die Tschechische Republik werde dadurch noch mehr deutlich. Vor allem aber sei der Vertrag ein weiterer Schritt in Richtung organisiertes Management bei Einsatzlagen, wie etwa bei Standarteinsätzen Zeit zu gewinnen, um Leben zu retten, Brände zu bekämpfen und die Umwelt zu schützen.

Schnelle und effektive Hilfe über Landesgrenzen hinweg könne nur funktionieren, wenn grundlegende Dinge wie Anforderungsverfahren, Ansprechpartner oder der Einsatzablauf eindeutig festgelegt seien. Sprachbarrieren zu überwinden gelte es jetzt umso mehr. Auch das regelt die Vereinbarung. Sie enthält Vorgaben für die Koordinierung grenzüberschreitender Feuerwehreinsätze, etwa die Alarmierung der Einsatzkräfte und die Durchführung des Einsatzes, auch gemeinsame Ausbildung und Übungen seien mit dem Vertrag geregelt. Sein Dank galt auch allen Feuerwehrkollegen auf tschechischer Seite für die bisher sehr freundschaftliche, kameradschaftliche und immer ergebnisorientierte Zusammenarbeit.

František Pavlas ist überzeugt, dass Deutsche und Tschechen die gleichen Ziele verfolgen. Er erinnerte an die gemeinsame Vergangenheit und die vielen Jahre der Trennung. Dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nun wieder aufgenommen werden konnte, dafür brauchte es Menschen, die sich eingesetzt und an die Zusammenarbeit geglaubt haben. KBR Michael Stahl sei so ein Mensch. Ihm überreichte er ein Geschenk für dessen Einsatz, Engagement und Freundschaft. Es folgte die Vertragsunterzeichnung. Abschließend wurde die Europahymne durch die Musikkapelle gespielt. Bis in den späten Abend hinein wurde die Vereinbarung gefeiert.