Grenzüberschreitende Übung in Klentsch

15. Oktober 2016
Übungen
Übung über die Staatsgrenze hinweg

Grenzüberschreitend gute Zusammenarbeit

Es war die mittlerweile sechste grenzüberschreitende Übung, welche zwischen dem KBI-Bereich Waldmünchen und einigen tschechischen Wehren am 15. Oktober durchgeführt worden ist. Seit geraumer Zeit ist eine grenzüberschreitende Hilfe im Einsatzfall Thema auch bei politischen Institutionen, demnächst soll es vertragliche Vereinbarungen auch für die Feuerwehren geben. Umso mehr können die Wehren im KBI-Bereich stolz sein, dass dieses Thema bereits seit einigen Jahren praktisch beübt wird. Am 15. Oktober begaben sich die Wehren aus Waldmünchen, Hocha, Schäferei-Kümmersmühle, Untergrafenried, Tiefenbach und Höll nach Klentsch zum Hotel Výhledy, wo der Brand dieses Gebäudes simuliert wurde. Aus dem Nachbarland waren die FFW Thranov, Chodov, Pec und Klentsch im Einsatz. Vor Ort waren auch die bayerischen und böhmischen Feuerwehrführungskräfte, unter ihnen KBI Norbert Auerbeck mit seinen vier Kreisbrandmeisterkollegen, EKBI Anton Ruhland und Instructor Eduard Sykora.

Das Wasser wurde aus einem rund einen Kilometer entfernten Weiher entnommen, für die Entnahme waren die Wehren aus Thranov und Pec verantwortlich. Mit einer rund 1000 Meter langen Schlauchleitung förderten die deutschen Wehren das Wasser zum Einsatzort, wo schon die Wehren aus Waldmünchen und Klentsch warteten. Diese waren zuständig für die eigentliche „Brandbekämpfung“. Die FFW Klentsch zündete eine Rauchkartusche auf freier Fläche und setzte den Wasserwerfer ein. Die Übung wurde von Bürgermeister Markus Ackermann und seinem tschechischen Kollegen Jan Bozdeck aufmerksam beobachtet. Alles verlief reibungslos, so dass die vielen Einsatzfahrzeuge schließlich ins Kulturhaus Klentsch weiterfahren konnten. „Trotz der Sprachbarrieren haben wir gut zusammengearbeitet“, resümierte Einsatzleiter Milan Mathauser. In die gleiche Kerbe schlug auch Norbert Auerbeck, der das Ganze als „unkompliziert und gut“ ansah. Nur durch grenzüberschreitende Übungen könnten die bayerischen und böhmischen Kameraden einen Einblick in die Arbeitsweise und Technik des jeweiligen Landes bekommen. Das gemeinsame Üben intensiviere die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und fördere außerdem das Gemeinschaftsgefühl.

Ähnlich sah das auch Bürgermeister Markus Ackermann: „Auch die Menschen wachsen zusammen. Auf politischer und sicherheitspolitischer Ebene funktioniert das schon ganz gut.“ Zu Zeiten des Eisernen Vorhangs sei dies undenkbar gewesen. Zuletzt bedankte sich Norbert Auerbeck bei den beiden Dolmetschern Josef Paulus und Jarek Etzel, sowie der tschechischen Feuerwehrführung für die Vorbereitung der Übung. Bei einer tollen und schmackhaften Brotzeit ließen alle den Abend im Kulturhaus ausklingen.