Übung Brandschutzwoche

19. September 2016
Übungen
Aktionswoche: Brand bei Baufirma Wagner

Aktionswoche: Brand bei Baufirma Wagner

 

Die Feuerwehren aus Waldmünchen und Umgebung eröffneten mit einer großangelegten Übung am 19. September bei der Baufirma Wagner die diesjährige Aktionswoche im Bereich der Kreisinspektion. Größte Herausforderungen waren eine rund 900 Meter lange Förderstrecke sowie die Rettung von zwei Vermissten aus unwegsamen Gelände.

Gerade bei Großübungen stellt sich die Schlagkraft von Stützpunktwehren und Ortswehren immer bestens heraus. Und die Zusammenarbeit der beteiligten elf Wehren klappte auch an diesem Montagabend sehr gut. Um 19.15 Uhr setzte Kreisbrandmeister (KBM) Andreas Bierl die Feuerwehren mit dem Funkspruch „Brand Elektroanlage bei der Baufirma Wagner, mehrere Personen verletzt“ in Bewegung. Angenommen wurde ein Kurzschluss in einer Mischanlage, eine Person lag sichtbar in einer Höhe von acht Metern, die andere verletzte Person war auf einer Sandentnahmestelle verschüttet. Die Kommandanten der FFW Waldmünchen simulierten als Erstmaßnahme eine Abschaltung der Stromzufuhr, um eine Personenrettung zu ermöglichen. Gleichzeitig begannen die eintreffenden Ortswehren umgehend mit dem Aufbau einer langen Förderleitung vom „Sportweiher“ beim Krankenhaus. Die Wasserentnahme funktionierte problemlos, eine große Herausforderung war aber das Verlegen der Schlauchleitung über mehrere stark befahrene Straßen. Hier mussten Schlauchbrücken für den Straßenverkehr und entsprechende Absicherungen und Hinweise auf die Gefahrenstellen angebracht werden, nachdem es bereits dunkel wurde.

Am Einsatzort selbst kümmerte sich die FFW Waldmünchen um die Brandbekämpfung und die Personenrettung. Es wurde ein Löschangriff über die Drehleiter aufgebaut, eine weitere Wasserabgabe war für das HLF 20/16 zur Personenrettung notwendig. Insgesamt sechs Feuerwehrmänner statteten sich mit schwerem Atemschutz aus. Ein Trupp davon war mit der Rettung einer verschütteten Person an der Sandentnahmestelle beschäftigt. Hier kamen unterem anderem Schiebeleiter und Spineboard zum Einsatz. Die anderen beiden Trupps kümmerten sich um das Löschen des Elektrobrandes und die Rettung einer bewusstlosen Person, welche in rund acht Metern Höhe lag und nur über eine schmale Treppe erreicht werden konnte. Unter Zuhilfenahme von Absturzsicherung und Tragetuch konnte die „verletzte“ Person erreicht und zügig gerettet werden. Nach gut einer Stunde konnte KBM Andreas Bierl das Ende der Übung erklären.

 

In der Abschlussbesprechung äußerten sich die Kreisbrandmeister Michael Sturm, Christian Bauer und Manfred Schneider zu den einzelnen Einsatzabschnitten. Für KBM Schneider war das richtige Verlegen der Schlauchbrücken von besonderer Bedeutung: „Wir müssen die Autofahrer extrem auf uns aufmerksam machen, herbremsen und dann auch bei der Überfahrt unterstützen, gerade an vielbefahrenen Straßen.“ Er bat bei künftigen Einsätzen auch, sich frühzeitig noch vor Eintreffen an der Einsatzstelle über Funk zu melden, damit eine schnelle und reibungslose Zuteilung erfolgen könne. Seine beiden KBM-Kollegen lobten das saubere Verlegen der Förderleitung sowie Löschangriff und Personenrettung. KBI Norbert Auerbeck war ebenfalls vor Ort und bedankte sich genauso wie KBM Andreas Bierl für die große Beteiligung an der Übung. Er appellierte, den Digitalfunk öfter zu verwenden und zu beüben: „Der Digitalfunk ist eine wirklich tolle Sache, aber wir müssen uns extrem viel damit beschäftigen!“ Zuletzt dankte Bürgermeister Markus Ackermann, welcher die Großübung aufmerksam verfolgte, den Einsatzkräften: „Nach dem Hochwasser am Wochenende habt ihr in einer realitätsnahen Übung erneut Teamgeist und Perfektion bewiesen.“ Nach seiner Auffassung mache sich das viele Üben bezahlbar. Er zollte Respekt und Anerkennung und dankte dem „Brandleider“ Siegfried Wagner für die Bereitstellung des Übungsobjekts. Dieser wiederum ließ sich nicht lumpen und spendierte allen Einsatzkräften kalte Getränke.