Fit im Umgang mit dem HFS

9. November 2019
Übungen
Schönthaler und Rötzer Kameraden auf das Gerät geschult.

Feuerwehren üben den Umgang mit dem Hydrants Fire System

Am vergangenen Samstag beübten die Feuerwehren aus Rötz, Schönthal und Waldmünchen das Hydrants Fire System - kurz HFS. Das bei der Freiwilligen Feuerwehr Waldmünchen stationierte System wird in erster Linie bei Hochwassereinsätzen angefordert. Auf Grund der unterschiedlichen Betriebsarten, kann es auch bei Bränden zur Wasserförderung eingesetzt werden. Das HFS ist komplett auf einem Abroll-Container verlastet. Es besteht aus einem 150 kW Dieselmotor, welcher ein Hydraulikaggregat antreibt. Mit Hilfe von zwei 60 Meter langen Hydraulikschläuchen wird eine Schwimmpumpe betrieben, die das Wasser schließlich in zwei Kilometer lange F-Schläuche befördert. Damit erreicht das System eine Förderleistung von ca. 4.000 Liter Wasser bei ca. 10-12 Bar. Optional kann das System im Lenzbetrieb mit bis zu 8.000 Liter bei ca. 2-4 Bar gefahren werden.

Im Einsatz werden die Kameraden aus Waldmünchen durch Aktive der Feuerwehren aus Rötz und Schönthal nicht nur mit Personal unterstützt. Einige Teile der Ausrüstung des HFS sind ebenfalls bei diesen Wehren stationiert. In Schönthal ist eine Verstärkerpumpe auf einem eigenen Anhänger untergebracht, der im Einsatz durch das LF10 der FF Schönthal gezogen wird. Damit kann die Förderleistung in steilem Gelände erhöht werden. Die Flut-Module und eine mobile Tankstelle sind bei der Feuerwehr Rötz stationiert. Für deren Transport ist ein eigener Abrollbehälter notwendig der in Rötz zur Verfügung steht. Die Flut-Module können anstelle der Schwimmpumpe mit dem HFS betrieben werden. Dabei werden bis zu 40.000 Liter Wasser in der Minute bewegt.


Der praktischen Übungseinheit ging eine theoretische Schulung voraus, die ein paar Tage zuvor angesetzt war und von Michael Bierl von der FF Waldmünchen durchgeführt wurde. Am vergangenen Samstag kam das System schließlich in der Praxis zum Einsatz. Gegen 8:00 Uhr trafen sich die Aktiven am Gerätehaus in Schönthal, um von dort zu einer Brücke unter der B22 zu fahren. Diese Stelle erwies sich für das HFS als idealer Übungsort. Unter der Leitung von Andreas Biebl und Alexander Weingärtner, beide von der Feuerwehr Waldmünchen, erfolgte der Aufbau der einzelnen Komponenten Schritt für Schritt. Schnell war klar, dass die Verlegung des F-150 Schlauches und der Schlauchbrücken sehr genau zu planen ist. Einmal mit Wasser gefüllt, ist dieser auf Grund seines Gewichts fast nicht mehr zu bewegen. Übungsende war gegen 12:00 Uhr. Eine kurze Abschlussbesprechung fand im Gerätehaus der Feuerwehr Schönthal statt. Im Einsatzfall ist das System innerhalb von 30-45 Minuten komplett aufgebaut und bereit zur Wasserabgabe.

Das HFS ist Teil der Katastrophenschutzausstattung vom Freistaat Bayern und kann daher Bayernweit zum Einsatz kommen.