Der Hohe Bogen war das Ziel

28. September 2019
Freizeit Ausflüge Vereinsleben
Ein Tagesausflug in die Geschichte des "Kalten Krieges"

Über 40 FFWler unterwegs in der Heimat

 

Gar nicht einmal so weit weg zog es die Feuerwehr Waldmünchen bei ihrem diesjährigen Vereinsausflug am 28. September: Mit einem Museum über Aufklärungsarbeit in Bad Kötzting und den Türmen am Hohenbogen blieb man im Landkreis Cham, gleichwohl gab es jede Menge Wissenswertes über Spionage und die Zeit des Kalten Krieges. Am Ende konnte dann noch ins Tal nach Neukirchen beim hl. Blut gerodelt werden.

 

Nachdem die FFW Waldmünchen im Frühjahr schon in der Partnerstadt Combourg war, entschied man sich für einen Vereinsausflug mit wenig weit entfernten Zielen. Und so steuerten die über 40 Reisenden am Samstag zunächst die ehemalige Hohen-Bogen-Kaserne in Bad Kötzting an. Dort hat der „Traditionsverein Hohenbogen-Kaserne“ ein Museum mit dem eher seltsamen Titel „FM/Elo-Aufklärung“ errichtet. Bei dem Museum handelt es sich um eine militärhistorische Sammlung, die sich mit der ehemaligen Fernmelde- und elektronischen Aufklärung der Luftwaffe beschäftigt. Das Museum leistet einen wertvollen Beitrag zur Geschichte des Kalten Krieges. Mit einem einstündigen Vortrag wurde die Reisegruppe auf Entstehungsgeschichte und Funktionsweise der Militäranlage mit den beiden markanten Türmen eingestimmt. Anschließend wurde die Gruppe aufgeteilt und insgesamt vier Museumsführer standen bei einem Rundgang durch das Museum und die Bunkeranlage Rede und Antwort. Sehr detailgetreu und mit viel Mühe wurden in den Ausstellungsräumen Geräte, Antennen und Peiler demonstriert, die in der Aufklärungsanlage auf dem Hohenbogen im Einsatz waren. Die Arbeitsplätze bei der Elektronischen Aufklärung, der Fernmeldeaufklärung sowie der Erfassungsanlege Richtfunk wurden ausführlich erklärt, so dass jeder einen Eindruck bekam, wie es damals in dem Turm am Hohenbogen „zugegangen ist“. Viele Jüngere wussten nicht, dass die ehemalige Anlage ausschließlich Signale empfangen konnte, selbst aber keine sendete. Auch die Bunkeranlage ist noch sehr gut erhalten und wurde besichtigt. Im ABC-Alarmfall hätten die Soldaten damals dort Schutz suchen und bestimmte Arbeiten fortsetzen können. Vorsitzender Benjamin Schlegl bedankte sich mit einem Präsent und einer Spende für den sehr informativen Vormittag in der ehemaligen Kaserne.

Mittags ging es schließlich weiter in Richtung Hohenbogen und es konnte zunächst im Wirtshaus bei der Bergstation eingekehrt werden. Am Nachmittag wartete dann eine Führung durch die Anlage auf dem Hochplateau des Hohenbogen. Die Anlage mit den weithin sichtbaren Türmen wurde bis 2003 noch militärisch genutzt und befindet sich mittlerweile in Privatbesitz. Als „Sektor F – dein Blick auf Europa“ wurde die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Führung führte aber nicht auf die im Jahr 2014 installierte Außentreppe mit Aussichtsplattform, sondern in das Innere der Anlage und des Hauptturmes. Die beiden Führer zeigten den unterirdischen Zugang zum Turm mit seinem Bunker sowie speziell abgeschirmte Räumlichkeiten, die mit Panzerglas gesichert sind. Zuletzt ging es dann im Inneren bis in das 8. Stockwerk des Turmes, wo ein imposanter Blick über die Heimat wartete. Als besonderes Highlight konnte über eine noch funktionsfähige Rutschbahn der Erdboden wieder erreicht werden. Nach der Führung erreichte die Gruppe durch eine Wanderung die Mittelstation der Bergbahn, von wo aus mit dem Sommerrodel ins Tal abgefahren werden konnte. Am frühen Abend wurde die Heimreise angetreten und alle waren sich einig, dass es auch in der Heimat viel zu entdecken gibt.