Rauschendes Hallenfest gefeiert

9. Juni 2019
Freizeit Vereinsleben Anschaffungen
Wechselladerfahrzeug und Einsatzkleidung erhielt kirchlichen Segen im Rahmen des Hallenfestes.

2 Tage lang war viel los in der Feuerwache
 

Die Feuerwehr Waldmünchen hatte gleich drei gute Gründe, um ein großes Hallenfest zu feiern und die Waldmünchner und viele Gäste wollten da auch mitfeiern: Mit der Segnung eines neuen Einsatzfahrzeuges, eines Abrollbehälters mit Anhänger sowie mit der Segnung der neuen Einsatzkleidung gingen für die Stützpunktwehr gleich mehrere Wünsche in Erfüllung. Das bunte Programm in und rund um die Feuerwache sorgte dann auch zwei Tage lang für ein volles Haus.

Das Hallenfest war von den Verantwortlichen lange vorbereitet worden und die Wehr wollte ein paar Besonderheiten bieten. Los ging es am Pfingstsonntag traditionell mit Weißwürsten. Die Feuerwehrler hatten wieder alle Fahrzeuge aus den Hallen gefahren, um Platz zu schaffen für Biertisch & Co. Das Gerätehaus wurde quasi zum Bierzelt umfunktioniert in Mitten der ringsum aufgereihten Einsatzkleider und Einsatzhelme. Aufgrund des guten Wetters wurde der Vorplatz zum Biergarten, der den ganzen Tag über gut frequentiert war. Beliebt seit vielen Jahren ist die Möglichkeit, am Sonntagmittag Schweinebraten mit Knödel und Salat zu erwerben, es gingen zahlreiche Portionen über den Tresen. Auch am Nachmittag war für die Kinder etwas geboten: Während die Eltern den Tag mit Kaffee und Kuchen genießen konnten, durften die Kinder sich selbst als Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrdame betätigen: Die FFW Waldmünchen lud zum Umspritzen von Dosen ein. Die Kinder mussten dabei mit einem Strahlrohr zahlreiche Blechdosen von einem Biertisch spritzen.

Das erste Highlight gab es dann am Abend des Pfingstsonntages: Eine eigene Arbeitsgruppe hatte eine lustige Feuermodenschau vorbereitet, die von Susanne Weber und Matthias Heimann moderiert wurde. Vorsitzender Benjamin Schlegl konnte zahlreiche Gäste in der Fahrzeughalle, in welcher ein Laufsteg aufgebaut und welche stimmungsvoll beleuchtet wurde, begrüßen, darunter die langjährig befreundete Feuerwehr Pflugdorf-Stadl aus dem Landkreis Landsberg am Lech sowie Andreas Schenk aus der Partnerstadt Elz. Die Moderatoren versprachen eine gute Unterhaltung, warnten jedoch davor, die Erwartungen an die Models nicht zu hoch zu schrauben. In mehreren Blöcken präsentierten die FFWler nicht nur die Einsatzkleidung im Laufe der Zeit, sondern auch Situationen, bei welchen eben auch der Piepser gehen kann: Ein verschlafenes Model und ein schwimmendes Model sorgten für jede Menge Lacher. In einem dritten Block wurde verschiedene Sonderausrüstung vorgestellt, zwei FFWler in Insektenschutzanzügen sorgten für Abkühlung in der schwülwarmen Fahrzeughalle, die voll besetzt war. Der zweite Höhepunkt an diesem Abend war Witzemacher „Fonse“ aus Straubing, der im Anschluss eine Stunde lang bestens unterhielt und jede Menge Witze parat hatte. Oftmals suchte der Künstler den Bezug bei seinen Witzen zu verschiedenen Personen aus Waldmünchen. Auch wurde das Publikum mehrmals eingebunden, zum Dank gab es immer jeweils eine Flasche Bier. Zu Recht konnten die Gäste feststellen, dass der Sieg in der Vorrunde von „Bayerns beste Witze“ im Bayerischen Fernsehen für den Witzemacher verdient war.

Am Pfingstmontag startete die Wehr schon sehr früh mit dem Programm. Gegen 9 Uhr hatten sich bereits 30 Vereinsabordnungen und zahlreiche Ehrengäste vor dem Gerätehaus eingefunden, um sich anschließend für den Kirchenzug aufzustellen. Dieser führte zusammen mit drei Musikgruppen bis hinauf zur Jugendbildungsstätte und schließlich auf den Marktplatz. Dort hatte das Team um Edith Liegl und Sabine Auerbeck alles für den feierlichen Gottesdienst aufgebaut und einen tollen Blumenschmuck gezaubert. Das Wechselladerfahrzeug samt Anhänger und drei Modelle der neuen Einsatzkleidung warteten bereits auf die vielen Kirchenbesucher. Nachdem ein Regenschauer angekündigt war, startete der Gottesdienst schon etwas früher. Stadtpfarrer Wolfgang Häupl und Diakon Alfons Eiber zelebrierten eine würdige Eucharistiefeier, die immer den Bezug zum Feuerwehrwesen hatte. Gleich zu Beginn trugen die Kommandanten Stefan Nachtmann und Michael Bierl sowie Vorsitzender Benjamin Schlegl verschiedene Teile der Einsatzkleidung zum Altar und sprachen an, vor was diese Einsatzkleidung nicht schützt. In der Predigt ging Stadtpfarrer Wolfgang Häupl, früher einst selbst aktiver Feuerwehrmann, vor allem auf die vier Leitwörter „retten, löschen, bergen, schützen“ ein und verdeutlichte die Bereitschaft zur Alarmierbarkeit rund um die Uhr: In seiner Heimatgemeinde sei die dortige Wehr erst vor kurzem während dem Festumzug zur Einweihung des neuen Gerätehauses zu einem sehr nahen Brand alarmiert worden. Anschließend erteilte er dem neuen Wechselladerfahrzeug, dem Abrollbehälter mit Anhänger sowie der neuen Einsatzkleidung den kirchlichen Segen. Der Gottesdienst wurde von der TV-Musikkapelle musikalisch bestens umrahmt. Nach dem Gottesdienst bedankte sich Vorsitzender Benjamin Schlegl bei den zahlreich anwesenden Gästen und betonte, dass die Einsatzkleidung ganz bewusst mit einbezogen wurde: „Sie ist das wichtigste für jede Einsatzkraft, wir haben gut 40 Atemschutzgeräteträger, sie sind letztlich mit ihrem Leben auf die Einsatzkleidung angewiesen.“ Und er verdeutlichte, dass der Feuerwehrverein diese Anschaffungen erheblich mitfinanziere: So würden rund 15.000 Euro für die Einsatzkleidung aufgebracht, für verschiedenen Einsatzmittel noch einmal 10.000 Euro. Dies wusste auch Bürgermeister Markus Ackermann in seinen Grußworten anzuerkennen und zu schätzen. Auch die Stadt Waldmünchen bringe hier erhebliche finanzielle Mittel auf. Er gratuliert zu diesen Anschaffungen und wusste diese bei der Feuerwehr Waldmünchen in besten Händen. Für den Landkreis bedankte sich stellvertretender Landrat Markus Müller und übergab eine Geldspende an den Feuerwehrverein. Zwischenzeitlich hatte es ordentlich zu regnen angefangen, so dass KBR Michael Stahl nicht mehr sprechen konnte und so dass schnurstracks zur Feuerwehrwache gezogen wurde, wo der Mittagstisch wartete.

Am Nachmittag konnten die Fahrzeuge der Feuerwehr Waldmünchen begutachtet werden, darunter natürlich auch das neue Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter. Der Montagabend war dann geprägt vom traditionellen und allseits beliebten Kesselfleischessen und dem Besuch zahlreicher Vereinsabordnungen. Bereits am Nachmittag hatten die Feuerwehrler die drei Kessel angeheizt, um das Fleisch zu kochen. Noch vor dem Start der Essensausgabe hatte sich eine lange Schlange vor den Kesseln gebildet. Die Kameraden hatten alle Hände voll zu tun, um den Ansturm zu bewältigen. Und auch für die musikalische Unterhaltung war mit „Hollastauanbrass“ bestens gesorgt. Die vier Musiker zeigten bis in den späten Abend ihr Können, zunächst vor der Feuerwache, dann aufgrund eines starken Gewitters in der Fahrzeughalle. Und so gingen die Lichter dann auch erst nach Mitternacht aus.