Ernstfall am Cherkov geübt

27. März 2019
Übungen
Deutsche und tschechische Hilfskräfte beüben Vermisstensuche am Cherkov.

Große Übung am Cerchov

 

Eine großangelegte Übung mit insgesamt acht Feuerwehren hat am 27. März rund um den höchsten Berg der Region stattgefunden. Dabei haben sich auch die Feuerwehren aus Furth im Wald und Waldmünchen beteiligt. Es sollten insgesamt sechs Personen von zwei unterschiedlichen und weit voneinander entfernten Einsatzstellen gerettet werden. Die Übung war sehr realistisch angelegt, auch weil bei dem Szenario verletzte Skilangläufer angenommen wurden. Die Verantwortlichen haben so mehr Routine bekommen und Schwachstellen aufgedeckt.

Insbesondere auf tschechischer Seite ist das Waldgebiet rund um den Cerchov riesig. Vor allem die nahgelegenen freiwilligen Feuerwehren verfügen über die besten Ortskenntnisse und müssen diese in Übungen vertiefen. Das Übungsszenario wurde im Vorfeld von Jaroslav Hrdlicka und Pavel Valm von der Berufsfeuerwehr Domazlice intensiv geplant und ausgearbeitet. Neben den Feuerwehren beteiligten sich auch die tschechische Polizei sowie der Rettungsdienst an dieser Übung. Angenommen wurde folgendes Szenario: Eine Gruppe von sechs Langläufern überschätzt ihre Fähigkeiten, das Wetter schlägt um. Die Gruppe teilt sich in zwei und in vier Personen auf. Die erste Gruppe fährt bis „Zámecek“, wo sich beide Personen verletzen. Die Mitglieder der zweiten Gruppe bleiben in der Nähe des Cerchov, wo schließlich eine Person einen Herzinfarkt erleidet. Eine weitere erleidet eine Unterkühlung. Es wurden insgesamt sechs verletzte Personen von Feuerwehrmännern aus Domazlice gemimt. Zum Einsatz sollte auch ein tschechischer Hubschrauber kommen. Am Übungstag trafen sich die Einsatzkräfte an zwei unterschiedlichen Orten: Die Feuerwehr Waldmünchen traf sich am Parkplatz Capartice zusammen mit den Kräften aus Klentsch, Chodov und Domazlice. Die Feuerwehr Furth in Bystrické mit den Kräften aus Folmava, Ceska Kubice und Domazlice. Das Einsatzszenario wurde – auch mit Hilfe von Dolmetschern – von den Übungsleitern noch einmal vorgestellt. Vaclav Petrzík als Chef der Feuerwehr Domazlice begrüßt die zahlreichen Einsatzkräfte in Capartice und dankte für die Übungsbereitschaft. Um 16 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Reihe nach in Bewegung gesetzt. Als Schiedsrichter und Beobachter der Übung fungierten unter anderem Zbysek Zuber, Zdenek Housar und Premysl Lamac.

Die besonderen Schwierigkeiten der Übung waren nicht nur das äußert unwegsame Gelände (zum Teil lag noch Schnee auf den Wegen!), sondern auch das Aufsuchen und Retten der verletzten Personen sowie deren Abtransport. Außerdem musste die Kommunikation von zwei weit voneinander entfernten Einsatzstellen über den Cerchov sichergestellt werden. Die tschechischen Wehren haben für das Waldgelände spezielle Fahrzeuge und konnten so mühelos die verletzten Personen erreichen. Diese wurden sehr zügig zu zwei Sammelpunkten gebracht. Dort warteten weitere Kräfte, um die Verletzten zu übernehmen. Zu diesem Zweck wurden an den Sammelpunkten zwei Versorgungsstationen im Wald errichtet, indem Zelte aufgestellt und die Logistik sichergestellt wurde. Hierbei unterstützten die Feuerwehren Waldmünchen und Furth tatkräftig und bekamen so auch einen Einblick in die vorhandene Ausrüstung der tschechischen Wehren. Fast direkt auf dem Cerchov errichtete ein spezielles Feuerwehrfahrzeug aus Pilsen einen mobilen Funkmasten, mit welchem die Kommunikation diesseits und jenseits des Berges sichergestellt werden sollte. Trotz verschlossenem Tor funktionierte das sehr gut. Die Übung endete schließlich um zirka 18.30 Uhr. In der Manöverkritik bescheinigte Zbysek Zuber den tschechischen Feuerwehren ein zügiges Arbeiten, hatte aber gleichwohl kritische Anmerkungen zur Kommunikation und auch zum Kartenmaterial. Der Empfang von Daten (auch GPS-Daten) war nicht überall möglich und bereitete so teilweise Probleme.

Insgesamt bleibt aber festzuhalten, dass nach dem Ausbau und der Optimierung des großen Langlaufstreckennetzes eine zügige Hilfe gewährleistet ist und hier zunehmend auch grenzüberschreitend zusammengearbeitet wird.