Im Bereich Gefahrgut fortgebildet

21. April 2018
Übungen
Waldmünchener zusammen mit ArGe Gefahrgut und Umweltschutz in Gendorf.

Ein lehrreicher Chemie-Übungstag in Gendorf

Erstmals durften wir zusammen mit weiteren Feuerwehrlern aus dem ganzen Landkreis auf Vermittlung von Gefahrgutfachberater Bernd Hatzinger am 21. April einen Schulungstag bei der Werkfeuerwehr des Chemieparks im oberbayerischen Gendorf genießen. Von den Experten im Umgang mit chemischen Stoffen bekamen unsere 7 Beteiligten dabei jede Menge Tipps und lehrreiche Übungseinsätze.

In den frühen Morgenstunden des Samstags machte sich ein Konvoi aus fünf Feuerwehrfahrzeugen auf den Weg nach Gendorf in die Nähe von Burghausen. Knapp 40 Feuerwehrler, die allesamt im Umgang mit gefährlichen Stoffen, insbesondere im chemischen Bereich, in den vergangenen Jahren ausgebildet worden waren, wollten sich von den Experten der dortigen Werkfeuerwehr einen Tag lang schulen lassen. Der Kontakt wurde vom Fachberater für Gefahrgut, Bernd Hatzinger, bereits zum zweiten Mal hergestellt. Und auch Chemiefachberater Dr. Thomas Scheubeck lies es sich nicht nehmen, den Konvoi nach Oberbayern erneut zu begleiten. Die Werkfeuerwehr im dortigen riesigen Chemiepark, der diverse Chemieunternehmen umfasst, hat außerhalb des umzäunten Bereiches ein eigenes Kompetenz- und Ausbildungszentrum. Dieses wurde dann auch als erstes angesteuert. Bernd Hatzinger dankte für die erneute Möglichkeit, einen Übungstag bei der dortigen Werkfeuerwehr genießen zu können. Die beiden Werkfeuerwehrler und Ausbilder Alois Wieser und Michael Lehnern fackelten dann auch nicht lange nach der Begrüßung und leiteten zur ersten Übung weiter: Angenommen wurde der Austritt eines unbekannten Stoffs aus einem beschädigten Behälter mit einer verletzten Person. Die Durchführung derartiger Einsatzszenarien ist eine wahre Material- und Personalschlacht, so dass die vielen angereisten Einsatzkräfte dann auch gut beschäftigt waren – und das bei hochsommerlichen Temperaturen, die ordentlich zum Schwitzen brachten. Am Ende einer jeden Übung wurden die einzelnen Schritte von den beiden Ausbildern besprochen und auf Fehler hingewiesen.

Bei der zweiten Übung sollte der Austritt von Ammoniak aus einer Leitung eingedämmt und unterbunden werden. Hierzu bauten die Wehrmänner einen Löschangriff auf, um die angenommenen austretenden Gase niederzuschlagen. Anschließend mussten Trupps mit Chemieschutzausrüstung die Ursache finden und abstellen. Dr. Thomas Scheubeck war dabei das „wandelnde Lexikon“, denn er konnte nicht nur zu den einzelnen Gefahrstoffen viele Hinweise geben, er wusste natürlich auch, wie die Gefahren eingedämmt werden konnten. Hier waren die Ausbilder mit dem Einsatzablauf sehr zufrieden, so dass sich der ganze Konvoi schließlich in den abgesperrten Chemiepark bewegen konnte. Dort bestand für alle die Möglichkeit zum Mittagessen. Am Nachmittag stand dann die größte Übung für die Einsatzkräfte an: Aus einer Leitung in einer Höhe von gut fünf Metern trat eine unbekannte Flüssigkeit aus, eine Person befand sich dort verletzt, in einem angrenzenden Schacht wurde eine weitere Person vermisst. Die Substanz entpuppte sich schließlich als giftige Flusssäure, wie sie in Betrieben, die mit Glas arbeiten, verwendet wird. Nach der Rettung der beiden Personen musste die Flüssigkeit aus einem Behälter umgepumpt werden, da sich das Leck an der Leitung nicht schließen ließ. Nach gut einer Stunde war auch dieser Übungseinsatz abgeschlossen.

Als letzter Programmpunkt konnte noch die neugebaute moderne Wache der Werkfeuerwehr besichtigt werden. Im Schichtdienst sorgen dort zwei Staffeln mit zahlreichen Spezialfahrzeuge für Sicherheit auf dem riesigen Betriebsgelände. Von einem Lagezentrum aus werden alle Meldungen und Notrufe aufgenommen, die Einsätze koordiniert und abgearbeitet. Besonders beeindruckte, dass die Atemschutzpflegestelle rund 2500 Atemschutzmasken für die Feuerwehr und die dortigen Betriebe pflegt. Am Ende bedankte sich Bernd Hatzinger bei den Ausbildern und prophezeite, dass einige sicherlich nicht das letzte Mal hier gewesen sein werden.

Diese Feuerwehren beteiligten sich: Arrach, Grafenwiesen, Miltach, Bad Kötzting, Rimbach, Sperlhammer, Waldmünchen, Zandt.