Grenzüberschreitende Übung in Carpatice

6. April 2018
Übungen
Zusammenarbeit funktionierte erneut einwandfrei.

Wasser von Carpatice nach Sadek befördert

 

Bereits zum achten Mal haben am 6. April Feuerwehren aus dem KBI-Bereich Waldmünchen gemeinsam mit den tschechischen Kollegen eine große Übung im Grenzgebiet abgehalten, schließlich machen Feuer und Katastrophen auch vor Staatsgrenzen nicht Halt. Ziel der Übung war es, Wasser über eine gut zwei Kilometer lange Leitung auf die Bergstation des ehemaligen Skiliftes „Sadek“ zu bringen.

Die grenzüberschreitenden Übungen finden immer im Wechsel auf deutschem und tschechischem Gebiet statt. In diesem Jahr war Milan Mathauser von der Feuerwehr Chodov für die Ausarbeitung der Übung verantwortlich. Ziel der Übung, an welcher sich sechs deutsche Feuerwehren und 4 tschechische Wehren beteiligten, war es, Wasser aus einem Weiher bei Carpatice in das ehemalige Skigebiet Sadek zu pumpen. Für viele deutsche Kräfte war das Gebiet links der Straße nach Klenci völliges Neuland. Von deutscher Seite aus nahmen teil die Wehren aus Hocha, Höll, Schäferei, Tiefenbach, Waldmünchen und Untergrafenried. Auf tschechischer Seite waren dies die Wehren aus Trhanov, Chodov, Pec und Klenci. Die Förderleitung sollte am Ende mehr als zwei Kilometer lang sein und eine Höhendifferenz von über 100 Metern überwinden. Aus Waldmünchen kamen das Mehrzweckfahrzeug, das Tanklöschfahrzeug, der Schlauchwagen sowie der V-LKW zum Einsatz. KBI Norbert Auerbeck sowie alle vier Kreisbrandmeister überwachten und begleiteten die Übung. Als Gäste waren auch Bürgermeister Ludwig Prögler, der Fachberater für Chemie, Dr. Thomas Scheubeck, sowie ein Feuerwehrkamerad aus Brandenburg anwesend. Von der Feuerwehr aus Domazlice fungierte der 1. Kommandant Jaroslaw Hrdlicka als Beobachter.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Führungskräfte gab Milan Mathauser noch letzte Instruktionen an die zahlreichen Feuerwehrler. Die Feuerwehr Höll war in Carpatice dafür verantwortlich, dass Wasser mit einer Saugleitung aus einem Weiher zu fördern. Die anderen deutschen Wehren beteiligten sich an der Verlegung der insgesamt zwei Kilometer langen Schlauchleitung. Am „Brandobjekt“ kam schließlich ein C-Strahlrohr einer tschechischen Wehr zum Einsatz. Ein grandioser Ausblick in Richtung Tschechien entlohnte für die großen Mühen. In dem teils steilen Gelände mit engen Wegen waren vor allem die Fahrkünste der jeweiligen Fahrzeugführer gefragt. Ebenso mussten geeignete Parkmöglichkeiten für die Fahrzeuge gefunden werden. So dauerte es dann auch über eine Stunde, bis die Schlauchleitung komplett geschlossen war. Für die Verständigung wurden Dolmetscher eingesetzt. Auf deutscher Seite war dies Katharina Haßfurter, auf tschechischer Seite Jarek Etzl. Die Absprachen funktionierten ohne Probleme und so klappte die Zusammenarbeit dann auch reibungslos.

Die Abschlussbesprechung der Großübung fand im Kulturhaus von Chodov statt, wo die Verantwortlichen nicht mit Getränken und einer Brotzeit geizten. Serviert wurden Schnitzel mit Brot und Essiggurken. KBI Norbert Auerbeck betonte die Wichtigkeit derartiger grenzüberschreitender Übungen und erinnerte daran, dass seit dem vergangenen Jahr eine grenzüberschreitende Alarmierung möglich sei, was den Wert derartiger Übungen noch steigere. Und Chodovs Kommandant Milan Mathauser freute sich über die gute Zusammenarbeit trotz der Sprachbarrieren. Der Abend klang dann zünftig im Kulturhaus aus.